Gründungskosten in fünf Beispielen
Bargründung, Notar entwirft die Anmeldung, Beurkundung vor Ort. Notar gesamt mit Auslagen und 19 % Umsatzsteuer.
| Fall | Notar netto | Notar gesamt | Register | Summe |
|---|---|---|---|---|
| UG allein, Musterprotokoll, 1.000 € | 105,00 € | 162,51 € | 225 € | 387,51 € |
| UG zu dritt, Musterprotokoll, 3.000 € | 165,00 € | 243,43 € | 225 € | 468,43 € |
| GmbH allein, Musterprotokoll, 25.000 € | 195,50 € | 288,17 € | 225 € | 513,17 € |
| GmbH zu zweit, eigene Satzung, 25.000 € | 630,00 € | 809,87 € | 225 € | 1.034,87 € |
| GmbH zu viert, eigene Satzung, 50.000 € | 745,50 € | 947,32 € | 225 € | 1.172,32 € |
Die erste und die vierte Zeile entsprechen den Beispielrechnungen der Bundesnotarkammer: Ein-Personen-UG mit Musterprotokoll 105 € netto, Mehr-Personen-GmbH mit 25.000 € Stammkapital 630 € netto, jeweils ohne Auslagen und Umsatzsteuer. Der Rechner kommt für beide Fälle auf genau diese Beträge.
So rechnet der Notar
- Geschäftswert: Beim Musterprotokoll ist es das Stammkapital. Mit eigener Satzung gilt für den Gesellschaftsvertrag ein Mindestwert von 30.000 € (§ 107 Abs. 1 GNotKG), für die Bestellung des Geschäftsführers kommen noch einmal mindestens 30.000 € dazu (§ 108 Abs. 1, § 105 Abs. 4 Nr. 1 GNotKG).
- Gebührensatz: Gründest du allein, ist es eine einseitige Erklärung mit 1,0 Gebühr (KV 21200, mindestens 60 €). Zu mehreren ist es ein Vertrag mit 2,0 Gebühr (KV 21100, mindestens 120 €).
- Tabelle B: Der Satz wird mit dem Wert aus Tabelle B multipliziert (§ 34 GNotKG). Bei 30.000 € sind das 125 €, bei 60.000 € 192 €.
- Anmeldung zum Handelsregister: 0,5 Gebühr, wenn der Notar den Text entwirft (KV 24102), dazu 0,2 für die XML-Daten (KV 22114). Ihr Wert ist das Stammkapital, ohne Musterprotokoll mindestens 30.000 € (§ 105 Abs. 1 GNotKG).
- Vollzug und Betreuung: Mit eigener Satzung erstellt der Notar die Gesellschafterliste (KV 22110, höchstens 250 € nach KV 22113) und reicht die Anmeldung meist erst ein, wenn die Einzahlung nachgewiesen ist (Betreuung, KV 22200). Beim Musterprotokoll entfällt die Liste, weil das Protokoll selbst als Gesellschafterliste gilt (§ 2 Abs. 1a GmbHG).
- Auslagen und Umsatzsteuer: 20 % der Gebühren als Post- und Telekommunikationspauschale, höchstens 20 € je Geschäft (KV 32005), eine kleine Dokumentenpauschale, 4,50 € je Urkunde für das Elektronische Urkundenarchiv und 19 % Umsatzsteuer (KV 32014).
Musterprotokoll oder eigene Satzung?
| Musterprotokoll | Eigene Satzung | |
|---|---|---|
| Gesellschafter | höchstens 3 | beliebig viele |
| Geschäftsführer | genau einer | beliebig viele |
| Regeln | nur das Gesetz, keine Abweichungen | frei: Vesting, Vorkaufsrecht, Abfindung, Mehrheiten |
| Notar (Beispiel 25.000 €) | 195,50 € netto, allein | 630,00 € netto, zu zweit |
| Später ändern | jede Änderung braucht wieder den Notar | ebenso, aber selten nötig |
Allein mit einem Side Project reicht das Musterprotokoll fast immer. Gründet ihr zu zweit oder zu dritt, regelt das Musterprotokoll nicht, was passiert, wenn einer nach drei Monaten aussteigt. Für ein Team ist eine eigene Satzung deshalb meist die bessere Wahl, auch wenn sie einige hundert Euro mehr kostet.
Stammkapital: UG ab 1 €, GmbH ab 25.000 €
Die GmbH braucht mindestens 25.000 € Stammkapital (§ 5 Abs. 1 GmbHG). Vor der Anmeldung muss auf jeden Anteil ein Viertel eingezahlt sein, zusammen mindestens 12.500 € (§ 7 Abs. 2 GmbHG). Eine UG (haftungsbeschränkt) kann mit weniger starten, rein rechtlich mit 1 € je Anteil, muss das Stammkapital aber vor der Anmeldung voll einzahlen und darf keine Sacheinlagen leisten (§ 5a Abs. 2 GmbHG). Außerdem muss sie ein Viertel ihres um einen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage stellen, und zwar so lange, bis sie ihr Stammkapital auf mindestens 25.000 € erhöht (§ 5a Abs. 3 und 5 GmbHG).
Ein Stammkapital von 1 € ist trotzdem selten klug: Schon die Gründungskosten übersteigen es, und die Gesellschaft wäre vom ersten Tag an überschuldet, wenn sie die Kosten trägt. Viele wählen deshalb 1.000 € bis 5.000 €. Ob sich die Kapitalgesellschaft steuerlich überhaupt lohnt, rechnet der Rechner Einzelunternehmen oder GmbH.
Ablauf der Gründung
- Termin beim Notar, vor Ort oder per Video: Gesellschaftsvertrag bzw. Musterprotokoll und Anmeldung zum Handelsregister unterschreiben.
- Geschäftskonto für die Gesellschaft in Gründung eröffnen und das Stammkapital einzahlen.
- Einzahlung dem Notar nachweisen; er reicht die Anmeldung elektronisch beim Registergericht ein.
- Eintragung ins Handelsregister. Erst jetzt besteht die Gesellschaft als UG oder GmbH; die Rechnung des Gerichts über 225 € kommt danach.
- Gewerbe bei der Gemeinde anmelden; eine Kapitalgesellschaft ist immer gewerbesteuerpflichtig. Die Gebühr legt die Gemeinde fest.
- Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für Kapitalgesellschaften über Mein ELSTER abgeben.
- Die wirtschaftlich Berechtigten dem Transparenzregister mitteilen (§ 20 GwG).
Laufende Kosten nach der Gründung
- Transparenzregister: 19,80 € im Jahr (TrGebV, Gebührenverzeichnis Nr. 1).
- IHK: Kleine Einzelunternehmer ohne Handelsregistereintrag sind bis 5.200 € Gewerbeertrag beitragsfrei. Für UG und GmbH gilt diese Freistellung nicht (§ 3 Abs. 3 IHKG); die Höhe des Grundbeitrags legt jede IHK selbst fest.
- Buchhaltung und Jahresabschluss: doppelte Buchführung, Bilanz, E-Bilanz und Offenlegung. Was ein Steuerberater dafür kostet, steht im Ratgeber Steuerberater: ja oder nein?
- Gewerbesteuer ohne Freibetrag: Eine GmbH zahlt ab dem ersten Euro Gewerbeertrag, siehe Gewerbesteuer-Rechner.
Was der Rechner nicht abbildet
- Nur Bargründung. Mit Sacheinlage kostet die Eintragung 360 € statt 225 € (HRegGebV Nr. 2101), und es braucht eine eigene Satzung und einen Sachgründungsbericht.
- Auslagen sind Näherungen: Die Dokumentenpauschale hängt von der Seitenzahl ab, die Zahl der Urkunden im Archiv vom Ablauf.
- Gründest du allein mit eigener Satzung, rechnet der Rechner Gesellschaftsvertrag und Geschäftsführerbestellung getrennt und deckelt nach § 94 Abs. 1 GNotKG. Notare bewerten solche Fälle im Detail unterschiedlich.
- Genehmigtes Kapital, Treuhand, Vollmachten, Beglaubigungen ohne Entwurf und Kosten für Bank, Gewerbeanmeldung und Beratung fehlen.
Rechtsstand: 20. Oktober 2026. Der Rechner erklärt die allgemeinen Regeln und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.