Wie verglichen wurde
Alle Angaben stammen von den Preis-, Regions- und Dokumentationsseiten der Anbieter und aus deren Repositories auf GitHub, abgerufen am 20. Oktober 2026. Preise stehen in US-Dollar, wie die Anbieter sie nennen. Partnerlinks und bezahlte Platzierungen gibt es nicht. Keine Rechtsberatung: Ob ein Dienst für dein Projekt datenschutzrechtlich passt, hängt von deinem Einzelfall ab.
Die Unterschiede im Einzelnen
Wo deine Daten liegen
Supabase nennt als EU-Regionen Frankfurt, Irland, Paris und Stockholm und weist selbst darauf hin, dass London und Zürich nicht in der EU liegen. Appwrite Cloud läuft in Europa bisher nur in Frankfurt; Datenbank, Backups und Replikate bleiben laut Appwrite in der Region des Projekts. Neon bietet in Europa Frankfurt und London. Bei Firebase wählst du den Standort von Firestore beim Anlegen, zum Beispiel Frankfurt (europe-west3) oder Berlin (europe-west10), und kannst ihn danach nicht mehr ändern. Die Firebase Authentication läuft laut Google nur in US-Rechenzentren. PocketBase läuft dort, wo du deinen Server mietest, etwa bei einem der Cloud-Anbieter aus Deutschland und der EU.
Selbst betreiben
Supabase, Appwrite und PocketBase kannst du auf eigenen Servern betreiben. Supabase empfiehlt dafür Docker Compose; selbst betrieben fehlen unter anderem Branching, verwaltete Backups und die Management-API. Appwrite installierst du mit einem Docker-Installer. PocketBase ist eine einzige ausführbare Datei mit eingebettetem SQLite. Laut Projekt ist es noch in aktiver Entwicklung, volle Abwärtskompatibilität gibt es erst ab Version 1.0. Selbst betreiben heißt: Updates, Backups und Überwachung liegen bei dir.
Kostenlos starten
Alle Cloud-Dienste haben eine kostenlose Stufe, aber mit Grenzen, die du kennen solltest. Supabase pausiert kostenlose Projekte nach einer Woche Inaktivität und erlaubt zwei aktive Projekte. Appwrite pausiert kostenlose Projekte ohne Entwicklungsaktivität nach 7 Tagen und löscht sie nach 90 Tagen Pause. Neon skaliert Datenbanken der kostenlosen Stufe nach 5 Minuten ohne Last auf null; das lässt sich dort nicht abschalten. Firebase begrenzt im Spark-Tarif die täglichen Lese- und Schreibvorgänge.
Datenbank und Anmeldung
Supabase und Neon setzen auf Postgres, Firebase auf die Dokumentendatenbank Firestore, PocketBase auf SQLite. Appwrite hat eine eigene Datenbank-API und bietet seit September 2026 zusätzlich natives PostgreSQL und MySQL. Eine Anmeldung mit Nutzerverwaltung bringen alle fünf mit; bei Neon heißt sie Managed Better Auth. Ob du Auth selbst bauen oder kaufen solltest, steht im Ratgeber Authentifizierung bauen oder kaufen.
Vertrag zur Auftragsverarbeitung
Verarbeitet ein Backend-Dienst personenbezogene Daten deiner Nutzer, brauchst du mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Supabase, Neon und Firebase nehmen ihn in ihre Bedingungen auf, bei Appwrite lädst du ihn in der Konsole herunter. Was in einen AVV gehört, erklärt der Ratgeber AVV für SaaS.
Für wen was passt
- Supabase behalten, wenn dir Postgres, Auth und Speicher aus einer Hand gefallen und eine EU-Region reicht.
- Appwrite, wenn du ein ähnlich vollständiges Backend unter freier Lizenz willst, gehostet in Frankfurt oder auf deinem Server.
- PocketBase, wenn ein kleines Projekt auf einem eigenen Server laufen soll und du mit einer Software vor Version 1.0 leben kannst.
- Neon, wenn du vor allem Postgres brauchst und den Rest in deiner App baust.
- Firebase, wenn du fest bei Google bist und eine Dokumentendatenbank passt; prüfe vorher, ob die Anmeldung über US-Rechenzentren für dein Projekt in Ordnung ist.
Für die meisten Indie-Projekte in Deutschland ist unser Urteil: Supabase in Frankfurt oder Appwrite in Frankfurt sind die bequemsten Wege. Wer volle Kontrolle und die geringsten laufenden Kosten will, betreibt Supabase, Appwrite oder PocketBase auf einem eigenen Server in der EU.