Einsteins IQ: Fakt oder Mythos?

Hatte Einstein einen IQ von 160? Ein Testergebnis ist nicht überliefert. Woher die Zahl kommt, was sie bedeuten würde und was zur Schulzeit belegt ist.

IQIQ-TestIntelligenztest
Inhalt (9 Abschnitte)

Einsteins IQ ist nicht bekannt. Ein Testergebnis ist nicht überliefert, und in den Quellen zu seinem Leben taucht kein Intelligenztest auf. Die oft genannte Zahl 160 ist eine nachträgliche Schätzung, für die sich keine nachprüfbare Grundlage findet. Als Einstein 1879 geboren wurde, gab es noch gar keine Intelligenztests. Das erste Verfahren von Alfred Binet und Théodore Simon erschien 1905 in der Zeitschrift L’Année psychologique, da war Einstein Mitte zwanzig.

Stand: 19. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus dem Historischen Lexikon der Schweiz, die übrigen Angaben aus den Quellen am Ende, abgerufen an diesem Tag. Die Seltenheit eines IQ von 160 ist aus der Normalverteilung mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15 berechnet.

Die Kurzfassung

  • Ein IQ-Test von Albert Einstein ist nicht belegt. Wir haben keine Primärquelle gefunden, die einen Test oder ein Ergebnis nennt.
  • Die Zahl 160 ist eine Schätzung von außen. Im Netz kursieren daneben auch höhere Werte, ebenfalls ohne Beleg.
  • Ein IQ von 160 läge vier Standardabweichungen über dem Durchschnitt. Rechnerisch erreicht das etwa einer von 31.574 Menschen.
  • Einstein war kein schlechter Schüler. Die Aufnahmeprüfung ans Polytechnikum in Zürich scheiterte 1895 an den Fremdsprachen, nicht an Mathematik.
  • Sein Ruf beruht auf seinen Arbeiten, nicht auf einer Zahl: 1905 reichte er sechs Arbeiten bei den „Annalen der Physik“ ein, für die Lichtquanten-Hypothese bekam er 1921 den Nobelpreis.

Hat Einstein je einen IQ-Test gemacht?

Belegt ist das nicht. Die Lebensstationen, die das Historische Lexikon der Schweiz für Einstein nennt, enthalten Prüfungen, aber keinen Intelligenztest. Auch sonst haben wir keine Quelle gefunden, die einen Test, einen Testleiter oder ein Ergebnis nennt.

Ein Blick auf die Zeitleiste zeigt, warum das nicht überrascht:

JahrEinsteinIntelligenztests
1879geboren am 14. März in Ulmnoch keine
1895Aufnahmeprüfung am Polytechnikum Zürich, nicht bestanden wegen der Fremdsprachennoch keine
1896Matura an der Kantonsschule Aarau, danach Studium in Zürich bis 1900noch keine
1902 bis 1909Gutachter am Patentamt in Bern
1905sechs Arbeiten an die „Annalen der Physik“, darunter die spezielle RelativitätstheorieBinet und Simon veröffentlichen ihr Verfahren, gedacht für Kinder
1921Nobelpreis für die Lichtquanten-Hypothese
1955gestorben am 18. April in Princeton

Das Verfahren von Binet und Simon trug den Titel „Méthodes nouvelles pour le diagnostic du niveau intellectuel des anormaux“. Ziel war laut den Autoren, die geistigen Fähigkeiten eines Kindes zu messen, um zu erkennen, ob es normal entwickelt oder zurückgeblieben ist. Einstein war zu dieser Zeit längst erwachsen.

Woher kommt die Zahl 160?

Eine Quelle für die 160 haben wir nicht gefunden. Solche Zahlen entstehen, wenn jemand vom Werk eines Menschen auf seine Intelligenz zurückschließt. Für diese Art der Schätzung gibt es ein bekanntes Vorbild, das mit Einstein selbst nichts zu tun hat.

Catharine Cox schätzte 1926 im zweiten Band der „Genetic Studies of Genius“ die Intelligenz von 301 berühmten Männern und Frauen, die zwischen 1450 und 1850 lebten. Getestet wurde dabei niemand. Grundlage waren historische Aufzeichnungen über Herkunft, Kindheit und Jugend dieser Menschen, ein Verfahren, das Cox Historiometrie nennt. Einstein kommt in dieser Studie nicht vor, er wurde erst 1879 geboren.

Eine solche Schätzung beantwortet eine andere Frage als ein Test. Sie sagt, welchen Wert jemand nach Meinung der Schätzenden gehabt haben könnte. Ein Testergebnis sagt, wie jemand im Vergleich zu einer Normgruppe abgeschnitten hat. Für Einstein gibt es nur Ersteres, und selbst dafür keine nachprüfbare Quelle.

Was ein IQ von 160 bedeuten würde

Auf der IQ-Skala liegt der Durchschnitt bei 100, eine Standardabweichung entspricht 15 Punkten. Ein IQ von 160 läge vier Standardabweichungen darüber.

IQProzentrangetwa jeder …
13097,744.
14599,87741.
16099,99731.574.

So hohe Werte lassen sich kaum zuverlässig messen. Ein Test braucht eine Normstichprobe, und darin liegen in diesem Bereich fast keine Menschen. Der Kurztest IST-Screening von Hogrefe stützt sich zum Beispiel auf Normen von gut 3.400 Personen. Rechnerisch wäre darunter nur ein Zehntel einer Person mit IQ 160 oder mehr. Alle Werte von 55 bis 160 stehen in unserer IQ-Tabelle mit Prozenträngen.

War Einstein schlecht in Mathe?

Nein, das ist ein Mythos. Laut Historischem Lexikon der Schweiz fiel Einstein 1895 durch die Aufnahmeprüfung am Polytechnikum Zürich, der heutigen ETH, und zwar wegen ungenügender Leistungen in den Fremdsprachen. Innerhalb eines Jahres holte er an der Kantonsschule Aarau die Matura nach und studierte von 1896 bis 1900 in Zürich, mit dem Physikdiplom als Abschluss.

Auch das Bild vom schlechten Schüler stimmt nicht. Der Schweizer Rundfunk SRF fasste 2015 zusammen, Einstein sei ein sehr guter Schüler gewesen. Ungenügend war er einzig in Französisch, weil ihm das Vorwissen fehlte.

Was Einsteins Ruf tatsächlich begründet

Einsteins Bedeutung lässt sich ohne IQ belegen, mit seinen Arbeiten. Das Historische Lexikon der Schweiz nennt unter anderem:

  • 1905: sechs Arbeiten an die „Annalen der Physik“. Darin stehen die Lichtquanten-Hypothese und die spezielle Relativitätstheorie, im September folgte der kurze Nachtrag zur Äquivalenz von Masse und Energie, E = mc². Im Juli 1905 wurde er an der Universität Zürich promoviert.
  • 1911 bis 1915: die allgemeine Relativitätstheorie. Ihre Vorhersage, dass Licht im Schwerefeld der Sonne abgelenkt wird, bestätigten Messungen während einer Sonnenfinsternis 1919.
  • 1921: Nobelpreis für die Lichtquanten-Hypothese.

Eine Zahl wie 160 fügt dem nichts hinzu. Sie ist eine Behauptung über Einstein, seine Arbeiten sind überprüfbare Leistungen.

Was du daraus mitnehmen kannst

IQ-Werte berühmter Personen aus der Vergangenheit sind fast immer Schätzungen, oft ohne nachvollziehbare Herkunft. Belastbar ist nur ein Ergebnis aus einem normierten Test, den Fachleute durchführen. Wer selbst wissen will, wie Intelligenztests aufgebaut sind, kann unseren kostenlosen IQ-Test ohne Anmeldung machen. Er dauert gut 30 Minuten, zeigt das Ergebnis sofort und sagt offen, dass es eine grobe Schätzung ist. Warum Online-Tests an Grenzen stoßen, erklärt der Artikel Wie aussagekräftig ist ein Online-IQ-Test?

Quellen und Stand

Abgerufen am 19. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Wie hoch war Einsteins IQ?

Das weiß niemand. Ein Testergebnis von Albert Einstein ist nicht überliefert. Die oft genannte Zahl 160 ist eine nachträgliche Schätzung, für die es keine nachprüfbare Quelle gibt.

Hat Einstein einen IQ-Test gemacht?

Dafür gibt es keinen Beleg. Als Einstein geboren wurde, gab es noch keine Intelligenztests. Das erste Verfahren von Binet und Simon erschien 1905 und war für Kinder gedacht. Einstein war damals Mitte zwanzig und arbeitete am Patentamt in Bern.

Woher kommt die Zahl 160?

Ihre Herkunft lässt sich nicht nachweisen. Solche Werte entstehen, wenn jemand von berühmten Leistungen auf die Intelligenz zurückschließt. Ein Testergebnis ist das nicht.

Wie selten ist ein IQ von 160?

Sehr selten. Ein IQ von 160 liegt vier Standardabweichungen über dem Durchschnitt von 100. Rechnerisch erreicht das etwa einer von 31.574 Menschen, das entspricht einem Prozentrang von 99,997.

War Einstein in der Schule schlecht?

Nein. Er fiel 1895 durch die Aufnahmeprüfung am Polytechnikum Zürich, weil seine Leistungen in den Fremdsprachen nicht reichten. An der Kantonsschule Aarau war er ein sehr guter Schüler, ungenügend nur in Französisch.

Wie kann ich meinen eigenen IQ testen?

Einen belastbaren Wert liefert ein normierter Test unter Aufsicht von Fachleuten. Für eine grobe Einordnung gibt es unseren kostenlosen IQ-Test ohne Anmeldung mit sofortigem Ergebnis.

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