Durchschnittlicher IQ: IQ-Tabelle und IQ-Skala
Der durchschnittliche IQ liegt bei 100, in jeder Altersgruppe. IQ-Tabelle mit Prozenträngen von 55 bis 160, die IQ-Skala erklärt und was ein Wert bedeutet.
Inhalt (11 Abschnitte)
Der durchschnittliche IQ liegt bei 100. Das ist kein Messergebnis, sondern die Definition der Skala: Moderne Intelligenztests vergleichen dich mit Menschen deines Alters und legen deren Durchschnitt auf 100. Eine Standardabweichung entspricht 15 Punkten. Rund 68 Prozent der Menschen haben deshalb einen IQ zwischen 85 und 115, rund 95 Prozent liegen zwischen 70 und 130.
Stand: 19. Oktober 2026. Die Prozentränge sind aus der Normalverteilung mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15 berechnet. Alle übrigen Angaben stammen aus den Quellen am Ende, abgerufen an diesem Tag.
Die Kurzfassung
- Der durchschnittliche IQ ist 100, in jeder Altersgruppe. Ein Zehnjähriger wird mit Zehnjährigen verglichen, eine 40-Jährige mit 40-Jährigen.
- Die Standardabweichung beträgt 15 Punkte. Zwischen 85 und 115 liegen rund 68 Prozent aller Menschen.
- Ein IQ von 115 ist besser als bei rund 84 Prozent der Vergleichsgruppe, ein IQ von 130 besser als bei knapp 98 Prozent.
- Als hochbegabt gilt nach der üblichen Definition, wer zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert liegt, also ab IQ 130. Das trifft auf rund 2,3 Prozent zu.
- Die Ergebnisse in IQ-Tests sind im 20. Jahrhundert gestiegen (Flynn-Effekt). Tests werden deshalb regelmäßig neu normiert, damit 100 wieder dem Durchschnitt entspricht.
IQ-Tabelle: Prozentrang für jeden IQ-Wert
Der Prozentrang sagt, wie viel Prozent der Vergleichsgruppe einen niedrigeren Wert haben. Ein Prozentrang von 75 bedeutet: Drei von vier Menschen deines Alters schneiden schlechter ab, einer von vier besser. Die letzte Spalte zeigt, wie selten ein Wert ist.
| IQ | Prozentrang | Anteil mit höherem IQ | etwa jeder … |
|---|---|---|---|
| 55 | 0,1 | 99,9 % | |
| 60 | 0,4 | 99,6 % | |
| 65 | 1,0 | 99,0 % | |
| 70 | 2,3 | 97,7 % | |
| 75 | 4,8 | 95,2 % | |
| 80 | 9,1 | 90,9 % | |
| 85 | 15,9 | 84,1 % | |
| 90 | 25,3 | 74,7 % | |
| 95 | 36,9 | 63,1 % | |
| 100 | 50,0 | 50,0 % | jeder 2. |
| 105 | 63,1 | 36,9 % | jeder 3. |
| 110 | 74,7 | 25,3 % | jeder 4. |
| 115 | 84,1 | 15,9 % | jeder 6. |
| 120 | 90,9 | 9,1 % | jeder 11. |
| 125 | 95,2 | 4,8 % | jeder 21. |
| 130 | 97,7 | 2,3 % | jeder 44. |
| 135 | 99,0 | 1,0 % | jeder 102. |
| 140 | 99,6 | 0,38 % | jeder 261. |
| 145 | 99,87 | 0,13 % | jeder 741. |
| 150 | 99,96 | 0,04 % | jeder 2.331. |
| 155 | 99,99 | 0,012 % | jeder 8.139. |
| 160 | 99,997 | 0,003 % | jeder 31.574. |
Die Werte sind die theoretischen Anteile der Normalverteilung, gerundet. Echte Tests geben ganze Zahlen aus und haben eigene Normtabellen, deshalb weichen sie an den Rändern leicht ab. Je weiter ein Wert vom Durchschnitt entfernt ist, desto weniger Menschen der Normstichprobe liegen dort, und desto ungenauer wird die Schätzung. Ein Beispiel: Der Kurztest IST-Screening von Hogrefe stützt sich auf Normen von gut 3.400 Personen. Rechnerisch liegt in einer Gruppe dieser Größe nur ein Zehntel einer Person über IQ 160.
Die IQ-Skala: Mittelwert 100, Standardabweichung 15
Ein IQ ist keine absolute Größe wie die Körpergröße. Er zeigt, wo du im Vergleich zu einer Gruppe stehst. Dafür wird ein Test zuerst an einer großen Stichprobe erprobt, der Normstichprobe. Aus deren Ergebnissen entsteht eine Tabelle, die jede Punktzahl in einen IQ umrechnet. Der Durchschnitt der Gruppe wird dabei auf 100 gelegt, die Streuung auf 15 Punkte je Standardabweichung.
Die Vergleichsgruppe sind meist Menschen gleichen Alters. Die Karg-Stiftung, eine Stiftung für Begabtenförderung, beschreibt das am Beispiel eines zehnjährigen Kindes, das mit einer repräsentativen Gruppe zehnjähriger Kinder verglichen wird. Daraus folgt: Wer einen IQ von 100 hat, liegt genau im Durchschnitt seiner Altersklasse, so formuliert es auch das Wissenschaftsmagazin Quarks.
Weil sich die Werte annähernd wie eine Glockenkurve verteilen, ergeben sich feste Anteile:
| IQ-Bereich | Abstand vom Mittelwert | Anteil | übliche Einordnung |
|---|---|---|---|
| unter 70 | mehr als 2 Standardabweichungen darunter | 2,3 % | weit unterdurchschnittlich |
| 70 bis 85 | 1 bis 2 darunter | 13,6 % | unterdurchschnittlich |
| 85 bis 115 | bis 1 darüber oder darunter | 68,3 % | durchschnittlich |
| 115 bis 130 | 1 bis 2 darüber | 13,6 % | überdurchschnittlich |
| über 130 | mehr als 2 darüber | 2,3 % | weit überdurchschnittlich, Hochbegabung |
Die Grenzen sind statistische Schnitte, keine Naturgesetze. Zwischen 114 und 116 gibt es keinen Sprung in der Intelligenz, auch wenn die Einordnung wechselt.
Ab welchem IQ ist man hochbegabt?
Nach der konventionellen Definition ab IQ 130. Die Karg-Stiftung beschreibt sie so: Liegt der gemessene IQ zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert der Vergleichsgruppe, ist die Voraussetzung erfüllt, von Hochbegabung zu sprechen. Das entspricht einem IQ von mindestens 130. Im selben Text rät die Stiftung, Grenzwerte nicht zu starr zu handhaben: Zwischen IQ 125 und IQ 134 gebe es keine wesentlichen Unterschiede im Niveau.
Mensa Deutschland nimmt auf, wer in einem anerkannten Test besser abschneidet als 98 Prozent der Bevölkerung. Das entspricht nach Angabe des Vereins einem IQ von mindestens 130.
IQ unter 70
Am unteren Ende ordnet die ICD-10-GM, die deutsche Fassung der internationalen Klassifikation der Krankheiten, Intelligenzminderungen nach IQ-Bereichen ein:
| ICD-10-GM | Bezeichnung | IQ-Bereich |
|---|---|---|
| F70 | leichte Intelligenzminderung | 50 bis 69 |
| F71 | mittelgradige Intelligenzminderung | 35 bis 49 |
| F72 | schwere Intelligenzminderung | 20 bis 34 |
| F73 | schwerste Intelligenzminderung | unter 20 |
Eine solche Diagnose stellen Fachleute mit normierten Tests und weiteren Untersuchungen. Ein niedriger Wert in einem Online-Test sagt dazu nichts aus. Häufiger stecken Ablenkung, Zeitdruck oder eine missverstandene Aufgabe dahinter.
Durchschnittlicher IQ nach Alter
Der durchschnittliche IQ ist in jedem Alter 100. Das wirkt auf den ersten Blick seltsam, weil ein 14-Jähriger mehr Aufgaben löst als ein Achtjähriger. Genau deshalb vergleichen Tests aber innerhalb einer Altersgruppe: Der Achtjährige wird mit Achtjährigen verglichen, der 14-Jährige mit 14-Jährigen. Die Rohpunkte unterscheiden sich, der IQ als Platz in der eigenen Altersgruppe nicht.
Daraus folgt auch: Ein IQ von 100 mit 12 und ein IQ von 100 mit 40 bedeuten nicht dieselbe Leistung in Punkten, sondern denselben Platz unter Gleichaltrigen.
Durchschnittlicher IQ in Deutschland
Für einen in Deutschland normierten Test ist der Durchschnitt 100, weil die Normstichprobe aus der deutschen Bevölkerung stammt. Eine eigene Zahl für „den IQ der Deutschen“ liefert ein Test deshalb nicht. Ranglisten, die Ländern unterschiedliche Durchschnittswerte zuordnen, müssen Ergebnisse verschiedener Tests, Stichproben und Jahrzehnte auf eine gemeinsame Skala umrechnen. Wie belastbar das ist, hängt an genau diesen Umrechnungen.
Steigt der durchschnittliche IQ? Der Flynn-Effekt
Der Forscher James R. Flynn zeigte 1987 an Daten aus 14 Ländern, dass die Ergebnisse in IQ-Tests über Jahrzehnte deutlich gestiegen waren. Eine Meta-Analyse von Jakob Pietschnig und Martin Voracek aus dem Jahr 2015 fasste 271 Stichproben mit fast vier Millionen Teilnehmenden aus 31 Ländern zusammen, von 1909 bis 2013. Sie schätzte den Anstieg beim Gesamt-IQ auf 0,28 Punkte pro Jahr, also knapp 3 Punkte pro Jahrzehnt, und fand, dass er in den jüngeren Jahrzehnten kleiner geworden ist.
In einigen Ländern kehrt sich der Trend inzwischen um. Bernt Bratsberg und Ole Rogeberg werteten Musterungsdaten norwegischer Männer der Jahrgänge 1962 bis 1991 aus. Sie fanden den Anstieg, einen Wendepunkt und danach einen Rückgang, und zwar auch zwischen Brüdern derselben Familie. Ihr Schluss: Beides hat Ursachen in der Umwelt, nicht in einer veränderten Zusammensetzung der Bevölkerung.
Für die Skala heißt das: Normen veralten. Ein Test mit alten Normen misst zu hohe Werte, wenn die Ergebnisse seitdem gestiegen sind. Gute Tests werden laut Quarks deshalb etwa alle zehn bis 15 Jahre überarbeitet und neu normiert.
Wie genau ist ein einzelner IQ-Wert?
Weniger genau, als eine Zahl wie 117 vermuten lässt. Quarks berichtet von Vergleichen, in denen dieselben Personen in verschiedenen Tests deutlich unterschiedliche Werte erreichten, vor allem Menschen mit eher hohem IQ. Dazu kommen Tagesform, Übung und die Bedingungen beim Test. Seriöse Ergebnisse nennen deshalb einen Bereich statt einer einzelnen Zahl.
Ein kostenloser Online-Test kann das nicht ersetzen. Er hat keine Normstichprobe und zeigt dir eine grobe Einordnung. Unser kostenloser IQ-Test ohne Anmeldung gibt deshalb neben dem geschätzten Wert einen Bereich von 16 Punkten aus und erklärt auf der Seite, wie er rechnet. Was Online-Tests leisten können und was nicht, steht ausführlich im Artikel Wie aussagekräftig ist ein Online-IQ-Test?. Und warum die berühmte Zahl 160 bei Einstein auf keinem Test beruht, erklärt Einsteins IQ: Fakt oder Mythos.
Quellen und Stand
Abgerufen am 19. Oktober 2026.
- Karg-Stiftung (Hrsg.): Fragen & Antworten zu hoher kognitiver Begabung im Kita-Alter, Karg-Sonderhefte 1, 2020: Definition von Hochbegabung, Vergleich mit der Altersgruppe, Umgang mit Grenzwerten
- Quarks: IQ-Tests: Wie schlau bist du wirklich?, 6. Mai 2025: Mittelwert 100 in der Altersklasse, Neunormierung alle zehn bis 15 Jahre, Unterschiede zwischen Tests
- Mensa in Deutschland: Mensa-Mitgliedschaft: Aufnahme ab besser als 98 Prozent der Bevölkerung, entspricht IQ 130
- BfArM: ICD-10-GM, Intelligenzstörung F70 bis F79: IQ-Bereiche der Intelligenzminderung
- Hogrefe: Intelligenz-Struktur-Test Screening: Normen von mehr als 3.400 Personen
- Flynn, J. R. (1987): Massive IQ gains in 14 nations. Psychological Bulletin, 101(2), 171–191
- Pietschnig, J. & Voracek, M. (2015): One Century of Global IQ Gains. Perspectives on Psychological Science, 10(3), 282–306
- Bratsberg, B. & Rogeberg, O. (2018): Flynn effect and its reversal are both environmentally caused. PNAS, 115(26), 6674–6678
Häufige Fragen
Wie hoch ist der durchschnittliche IQ?
Der durchschnittliche IQ liegt bei 100. Das ist die Definition der Skala: Tests legen den Durchschnitt ihrer Vergleichsgruppe auf 100 und die Standardabweichung auf 15 Punkte. Rund 68 Prozent der Menschen haben einen IQ zwischen 85 und 115.
Ist ein IQ von 120 gut?
Ja, ein IQ von 120 ist überdurchschnittlich. Er liegt über dem von rund 91 Prozent der Vergleichsgruppe, etwa jeder Elfte erreicht 120 oder mehr. Hochbegabung beginnt nach der üblichen Definition erst bei 130.
Ab welchem IQ ist man hochbegabt?
Nach der konventionellen Definition ab einem IQ von 130, also zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert. Das trifft auf rund 2,3 Prozent der Menschen zu. Mensa Deutschland nimmt ebenfalls ab dieser Grenze auf.
Welchen IQ haben die meisten Menschen?
Rund 68 Prozent der Menschen liegen zwischen 85 und 115, rund 95 Prozent zwischen 70 und 130. Werte unter 70 und über 130 haben jeweils nur etwa 2,3 Prozent.
Ist der durchschnittliche IQ bei Kindern niedriger?
Nein. Intelligenztests vergleichen Kinder mit Kindern gleichen Alters. Der durchschnittliche IQ ist deshalb in jeder Altersgruppe 100, auch wenn ältere Kinder mehr Aufgaben lösen.
Was bedeutet der Prozentrang beim IQ?
Der Prozentrang gibt an, wie viel Prozent der Vergleichsgruppe einen niedrigeren Wert haben. Ein IQ von 110 hat einen Prozentrang von etwa 75: Rund drei Viertel schneiden schlechter ab, ein Viertel besser.
Hat sich der durchschnittliche IQ über die Zeit verändert?
Die Ergebnisse in IQ-Tests sind im 20. Jahrhundert gestiegen, nach einer Meta-Analyse um knapp 3 Punkte pro Jahrzehnt. In einigen Ländern wie Norwegen gehen sie bei jüngeren Jahrgängen wieder zurück. Tests werden deshalb regelmäßig neu normiert, damit 100 der Durchschnitt bleibt.
Wie kann ich meinen IQ testen?
Einen belastbaren Wert liefert ein normierter Test, den Psychologinnen oder Psychologen durchführen. Für eine grobe Einordnung gibt es kostenlose Online-Tests wie unseren IQ-Test ohne Anmeldung. Er dauert gut 30 Minuten und zeigt das Ergebnis sofort.