Wie verglichen wurde
Alle Angaben stammen von den Seiten der Hersteller: Preisseiten, Dokumentation und Datenschutzhinweise, abgerufen am 13.10.2026. Preise stehen so da, wie die Preisseiten sie bei einem Abruf aus Deutschland zeigen, also Cursor in US-Dollar und Claude in Euro, beide ohne Steuern. Bei Claude richtet sich die Währung nach dem Standort des Abrufs; die Listenpreise in US-Dollar stehen in den Hinweisen der Tabelle. Gemessen oder getestet wurde nichts. Die Einschätzungen am Ende leiten sich aus den belegten Unterschieden ab und sind als solche gekennzeichnet.
Eine dritte Spalte fehlt bewusst. Nach Codex und GitHub Copilot wird ebenfalls gesucht, aber überwiegend in eigenen Zweiervergleichen.
Die Unterschiede im Einzelnen
Editor oder Agent im Terminal
Cursor ist eine Desktop-App für macOS, Windows und Linux. Du arbeitest in einem Editor, der Einstellungen, Tastenkürzel und Erweiterungen aus VS Code übernehmen kann; die Erweiterungen kommen aus dem Verzeichnis Open VSX, nicht aus dem Marktplatz von Microsoft. Der Agent sitzt in der Seitenleiste, die Tab-Vervollständigung schlägt beim Tippen Änderungen vor. Dazu kommen ein CLI und Cloud-Agenten, die Aufgaben in einer abgeschotteten Umgebung erledigen.
Claude Code kommt vom Terminal her: Du startest claude im Projektordner und beschreibst die Aufgabe, der Agent liest den Code, ändert Dateien und führt Befehle aus. Dieselbe Technik gibt es als Erweiterung für VS Code und JetBrains, als Desktop-App und im Browser. Anthropic nennt das CLI die vollständigste Variante; Skripte und das Agent SDK gibt es nur dort.
Preise und Grenzen
Für Neukunden zeigt die Preisseite von Cursor ein gemeinsames Abo für Cursor, Grok und X. Enthalten ist ein Kontingent für Grok-Modelle, das sich Cursor und Grok teilen und das wöchentlich erneuert wird. Die Stufe Plus erlaubt ausschließlich Grok-Modelle. Ab Premium kannst du Modelle anderer Hersteller wählen, bezahlst sie aber vom ersten Aufruf an zum API-Listenpreis aus einem vorab aufgeladenen Guthaben. Cloud-Agenten und Code-Reviews mit Bugbot gibt es ebenfalls erst ab Premium.
Bestandskunden können laut Hilfe-Seiten in den bisherigen Tarifen bleiben (Pro 20 $, Pro+ 60 $, Ultra 200 $ im Monat). Dort gibt es zwei Monatskontingente: eines für Cursors eigene Modelle, eines für fremde. Der Wechsel in das neue Abo lässt sich nicht rückgängig machen.
Claude Code ist in allen bezahlten Claude-Abos enthalten. Das Kontingent setzt sich in einem rollierenden Fünf-Stunden-Fenster zurück, dazu kommt ein Wochenlimit; Terminal, Editor-Erweiterung und Chat schöpfen aus demselben Topf. Ist er leer, wartest du, wechselst in ein größeres Abo oder schaltest Nutzungsguthaben zu API-Preisen frei.
Der wichtigste Unterschied: Bei Claude Code sind die Claude-Modelle Opus, Sonnet und Haiku im Monatspreis enthalten, in Cursors Abo für Neukunden sind es nur die Grok-Modelle. Claude Opus 5.5 kostet in Cursor 4 $ je Million Eingabe-Token und 20 $ je Million Ausgabe-Token. Das ist derselbe Listenpreis, den Anthropic für seine API nennt.
Modelle
Cursor führt eigene Modelle (Grok 4.7, Composer 2.5) und daneben Modelle von Anthropic, OpenAI, Google, Meta, Moonshot und Z.ai. Eigene API-Schlüssel für OpenAI, Anthropic, Google, Azure und AWS Bedrock lassen sich hinterlegen; sie gelten nur für Chat-Modelle, nicht für die Tab-Vervollständigung.
Claude Code arbeitet nur mit Claude-Modellen: Fable, Opus, Sonnet und Haiku. Im Pro-Abo ist Fable nur gegen Nutzungsguthaben verfügbar, in Max bis zur Hälfte des Wochenlimits. Statt über Anthropic kann Claude Code die Modelle auch über Amazon Bedrock, Google Cloud oder Microsoft Foundry beziehen.
Große Projekte
Cursor durchsucht den Code mit einem eigenen Suchwerkzeug, dessen Index auf deinem Rechner entsteht; Dateipfade und Code werden dafür laut Dokumentation nicht hochgeladen. Für breite Suchen startet der Agent einen Subagenten mit eigenem Kontext. Mit .cursorignore schließt du Dateien aus.
Claude Code empfiehlt für Monorepos eine CLAUDE.md je Verzeichnis, Leseverbote für generierten Code, ein Code-Intelligence-Plugin, das Definitionen über den Language Server findet, und Subagenten für die Erkundung. Beim Kontextfenster nennt Anthropic bis zu 1 Million Token je nach Modell. Cursor weist den Wert je Modell aus, bei Grok 4.7 sind es 256.000 Token im Standard und 500.000 im erweiterten Kontext, der teurer abgerechnet wird.
Regeln und Erweiterungen
Hier liegen die beiden nah beieinander. Beide lesen Projektregeln aus dem Repository (Cursor aus .cursor/rules, Claude Code aus CLAUDE.md und .claude/rules), und beide verstehen eine AGENTS.md. Beide binden externe Werkzeuge über MCP an und kennen Skills, Hooks, Subagenten und Plugins. Wer im Team beide Werkzeuge nutzt, kommt mit einer gemeinsamen AGENTS.md am weitesten.
Datenschutz
Bei Cursor entscheidet der Privacy Mode. Ist er an, wird dein Code nicht zum Training verwendet, und Cursor hat mit den Modellanbietern vereinbart, dass sie nichts speichern; Ausnahmen gelten bei Missbrauchsverdacht und für gekennzeichnete Modelle. Ist er aus, darf Cursor Code und Prompts speichern und zum Training nutzen. Mit eigenem API-Schlüssel gilt die Zusage zur Nichtspeicherung nicht.
Bei Claude hängt es vom Tarif ab. In Free, Pro und Max wählst du selbst, ob deine Sitzungen zur Modellverbesserung genutzt werden. Mit Freigabe speichert Anthropic sie fünf Jahre, ohne 30 Tage. In Team, Enterprise und über die API wird standardmäßig nicht trainiert.
Betriebssysteme, Editoren und Teams
Beide laufen auf macOS, Windows und Linux. In JetBrains arbeitet Cursor über das Agent Client Protocol und setzt ein bezahltes Abo voraus; Claude Code bringt ein eigenes Plugin mit, das das CLI benötigt.
Für Teams bieten beide SSO, zentrale Abrechnung und Nutzungsanalysen. Cursor verlangt ab 30 $ je Nutzer und Monat, Claude ab 18 € je Platz bei jährlicher Abrechnung für Teams von 2 bis 150 Personen.
Für wen was passt
Die folgenden Punkte sind Einschätzungen, abgeleitet aus den Angaben oben.
- Cursor passt, wenn du im Editor bleiben willst, Vorschläge beim Tippen schätzt und Modelle mehrerer Hersteller nebeneinander brauchst. Rechne die Kosten für Claude oder GPT gesondert, denn sie stecken im neuen Abo nicht im Monatspreis.
- Claude Code passt, wenn du Aufgaben am Stück abgeben willst, viel im Terminal arbeitest oder Abläufe automatisierst und mit Claude-Modellen zum festen Monatspreis auskommst.
- Beides zusammen ist möglich: Claude Code läuft als Erweiterung in Cursor und rechnet über das Claude-Abo ab. Sinnvoll ist das, wenn du Cursors Editor magst und Claude-Modelle ohne Abrechnung je Token nutzen willst.